Heute: schon zu

Anderson East - Encore

Bei meiner ersten Hörerfahrung mit Anderson Easts zweitem Album „Encore“, hat mich spätestens beim zweiten Song der Schlag getroffen. Ich war unmittelbar ein riesen Fan und voll Bewunderung für diesen grandiosen Soul-Sänger.
Lassen Sie mich jedoch von vorne beginnen.
Als ich im Januar, wie jeden Monat, die neusten Platten durchgestöbert habe, viel mir dieses weiße und altmodisch erscheinende Cover ins Auge, welches unter Soul und R’n’B geführt wurde. Kurzum und mit Hilfe des Streaming-Dienstes meiner Wahl, hatte ich den ersten Song auch schon angespielt. Der Song mit Namen „King For A Day“, nebenbei bemerkt mitgeschrieben von meiner letzten Empfehlung Chris Stapleton, ein Soul-Klassiker wie er in den 70ern geklungen hat. Beim zweiten Song „This Too Shall Last“ war es dann gänzlich um mich geschehen. Ein unglaublich packendes Stück mit einem sehr infizierenden Chorus und wie ich später herausfand, Gitarrenarbeit von Ryan Adams... Spätestens jetzt dachte ich, besser kann es nicht werden. Selten habe ich mich so getäuscht, was ich herausfand, als ich beim achten Song „All On My Mind“ angelangte. Ein so kraftvoller und mitreißender Song, der die Brücke zwischen Vintage und Moderne schlägt wie es nur wenige tun. Ganz generell, ist „Encore“ wahrscheinlich eines der besten Soul-Alben, die ich in den letzten Jahren gehört habe.
Das klingt nach Otis Redding, nach Sam & Dave, nach Donny Hathaway; nach all diesen Vertrauten Größen aus den guten alten Jahren, aber viel wichtiger; es klingt vor allem auch nach Anderson East.
Dafür ist vermutlich zu einem großen Teil, sowie auch für den famosen Klang, Dave Cobb verantwortlich. Seines Zeichens Produzent, Klang-Fanatiker und Vintage-Connaisseur. Ich schwärmte bereits bei meiner Rezension von Chris Stapletons „From A Room Vol.I & II“ von Cobbs einzigartiger Qualität als Produzent.
Wie sollte es auch anders sein, war der Ort der Wahl zur Produktion dieser Platte natürlich Nashville, Wahlheimat von sowohl East als auch Cobb. Es kommt mir von Jahr zu Jahr immer mehr der Gedanke, dass dieses nicht greifbare Etwas um die Musikszene von Nashville einfach nichts anderes, als wirklich gute und ehrliche Musik, mit fortwährend klanglich wertvollen Aufnahmen hervorbringt.

Hier also ein Appell an alle Freunde von guter Soul-Musik und vor allem von Vintage-Aufnahmen die Ihres gleichen suchen: hören Sie Anderson Easts „Encore“.
Ich gebe hier auch gar keine speziellen Titel als Empfehlung, weil ich dieses Album als solches behandeln will; als Album und nicht als Zusammenstellung von Einzelstücken.

Ein kleiner Hinweis am Rande, sollten Sie Abonnent der HiFi-Version von Tidal sein, kommen Sie mit dem richtigen Abspielgerät auch in den Genuss der MQA-Version von "Encore", welche sich wirklich lohnt!

 

Quelle der Bilder: www.amazon.de