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Chris Cornell | 1964-2017

Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass mein Plattentipp diesen Monat so spät erscheint. Im nächsten Schritt muss ich mich jedoch wieder entschuldigen, da es diesen Monat keinen Richtigen „Platten-Tipp“ geben wird...

Bis gestern waren wir auf der High-End Messe in München und durch die damit verbundenen Vorbereitungen habe ich diesen Monat wenig Musik gehört und wusste bis zuletzt nicht über welche Platte ich schreiben soll. Dann jedoch kam mir bei unserem Streaming-Workshop vom letzten Wochenende die Idee nicht über ein grundsätzlich neues Album zu schreiben, sondern über eines, beziehungsweise mehrere; die ich für mich neu entdeckt habe. In Vorbereitung auf unseren Workshop habe ich die diversen Shops für hochauflösende Musik durchforstet und erspähte ganz plötzlich eines meiner absoluten Lieblingsalben: Led Zeppelin I. In der Remastered-Version von 2014 und in High-Res. Da ich die neu gemasterten Alben bisher nicht kaufte, habe ich sofort zugeschlagen und wurde nicht enttäuscht. Das neue Mastering ist fantastisch und in 24Bit 96kHz klingt das Ganze wirklich grandios. Soviel dazu.

Springen wir kurz in der Zeit. Der Händlertag der High-End Messe, am Donnerstag den 18.5. ist zur Hälfte gemeistert als mich von einem Bekannten die Nachricht erreicht, dass Chris Cornell gestorben sei. Zuerst konnte ich es kaum glauben und dachte an einen schlechten Scherz, da Cornell erst 52 Jahre alt war, aber nein; tatsächlich ist eine der in meinen Augen größten Stimmen des Rock unfassbar viel zu früh von uns gegangen. Nun wird Chris Cornell einigen unter Ihnen vielleicht nicht viel sagen, einige von Ihnen kennen Ihn vielleicht durch seinen Titelsong zum ersten Bond-Film mit Daniel Craig oder Sie haben den Namen Chris Cornell noch nie gehört. Mich jedoch hat viel mit seiner Musik und seiner Stimme verbunden, weshalb ich Sie ermutigen will in dieses Große und für die Rock-Musik bedeutende Lebenswerk reinzuhören.

Bekannt wurde Chris Cornell in den späten 80ern und frühen 90ern mit seiner Band Soundgarden, die in der damals florierenden Grunge-Szene einen ganz eigenständigen Platz einnahmen. Dass ich mir ursprünglich Led Zeppelin für diesen Monat vorgenommen habe, ist ein interessanter Zufall, da Soundgarden viele von Led Zeppelin inspirierte Elemente in ihrem ganz eigenwilligen Still hatte, welcher auch öfters von außergewöhnlichen und musikalisch anspruchsvolleren Parts, wie ungewöhnlichen Taktarten oder alternativen Stimmungen der Instrumente durchzogen ist.
Nach der Auflösung von Soundgarden im Jahre 1997 schafften Cornell und Soundgarden ein Meisterstück, was meiner Meinung nach nicht vielen Musikern gelingt, ein wirklich frisches und gelungenes Comeback-Album im Jahre 2012. Eigentlich sollten in diesem Jahr die Arbeiten für ein neues Album weitergehen für das schon einige Songs geschrieben wurden.

Ich möchte Ihnen also den Katalog von Chris Cornell und Soundgarden ans Herz legen, da sich einige Songs darunter finden, die wie Monumente in Stein gemeißelt wirken und eigentlich schon heute Klassiker sind. Darunter ganz besonders das 1994er Album „Superunknown“ von Soundgarden.

Dies war also der etwas andere Platten-Tipp aus einem traurigen Anlass für die Musikwelt. Mir bleibt schließlich nur noch zu sagen, genießen Sie die Musik eines der bedeutendsten Sänger der Rock-Geschichte, welcher viel zu früh unsere Welt verlassen hat; oder mit Cornells Worten in einem seiner Songs:

„Say hello to heaven“.

 

Copyright der Bilder: t-online.de;dpa/Britta Pedersen