Heute: schon zu

Leon Bridges - Good Thing

Für mich ist Leon Bridges ein Phänomen. Der junge Texaner versprüht eine so leibhaftige Authentizität in seinem Wirken, dass man glauben könnte, er ist aus den 60ern in unsere Zeit gereist. Selten habe ich einen so jungen Künstler gehört, der so „alt“ klingt. Tief im Soul verwurzelt mit Ausflügen in Rhythm & Blues und Gospel; gelingt Bridges mit seinem neuen Album „Good Things“ immer mehr den Spagat zwischen Vintage und Moderne. Und es gelingt ihm so gut, dass es fast schon sträflich ist.
Es kommt mir fast schon gespenstisch vor, wie viele Künstler deren Alben ich in letzter Zeit für mich entdecke und schätze, bei Columbia unter Vertrag stehen. So auch Bridges.
„Good Things“ ist Leon Bridges zweites Album und ist mit 10 Titeln und etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit recht kurz; was jedoch gar nicht schlimm ist, da diese gute halbe Stunde prall gefüllt mit raffinierten Texten; pfiffigen Arrangements; einer grandiosen Gesangsleistung, die ihres gleichen sucht; gerade in der heutigen Zeit und letztlich einem erschreckend guten Klang.
Der erste Track des Albums „Bet It Ain’t Worth the Hand“ verzückt sofort mit dem Charme der 60er und klarer Anlehnung an Größen wie Otis Redding und Sam Cooke. Einer meiner Favoriten auf „Good Thing“. Ein weiterer Stand-out-Track ist für mich „Beyond“. Wieder absolut Vintage aber dieser Prise Moderne, die „Good Thing“ für mich zu einem der besten Soul-Alben der 2010er Jahre macht. Ebenso wie „Forgive You“; wohl einem der modernsten Titel auf „Good Thing“. Speziell an „Forgive You“ bemerkt man die herausragende Leistung der Produzenten, die für Leon Bridges mit „Good Thing“ den Grundstein gelegt haben Ihn in einigen Jahren zu einem DER Soul Sänger machen sollte. Einer der emotionalsten und tiefsten Songs ist „Georgia to Texas“, welchen Bridges; wie schon „Lisa Sawyer“ auf seinem ersten Album „Coming Home“; für seine Mutter schrieb. „Georgia to Texas“ hat wie „Bad Bad News“ einen äußerst interessanten Jazz-Einschlag, welcher in Kombination mit Bridges eigentlichem Genre eine geniale Mischung ergibt. Für den guten Klang von „Good Thing“ mitverantwortlich war die US-Mix-Größe Manny Marroquin, welcher schon einige Songs und Alben für John Mayer gemischt hat.

Im Normalfall empfehle ich immer eine Hi-Res Aufnahme der rezensierten Alben, aber bei Leon Bridges liegt es einfach näher auf das gute, alte Vinyl zurückzugreifen. Klanglich definitiv ein absoluter Genuss.

Ich wünsche viel Spaß beim Hören und Entdecken dieses jungen Ausnahme-Künstlers!

 

Quelle der Bilder: www.intro.de