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The Lumineers - C-Sides

Erst kürzlich habe ich ein Review für Leon Bridges – Good Thing geschrieben, fühle mich nun aber, trotz geringer Zeitspanne zwischen den Artikeln dazu getrieben, eine weitere Platte zu bewerben. Diese „Platte“ ist „C-Sides“ von den Lumineers. Sie sehen, dass ich Platte in Anführungszeichen setze, das liegt zum einen daran, dass ich bis jetzt keinen haptischen Tonträger gefunden habe; und zum anderen, da es eine Kurz-EP mit lediglich drei Stücken ist.
Aber was für welche!
The Lumineers werden den meisten durch Ihren 2013er Hit-Song „Ho Hey“ bekannt sein. Wohlgemerkt auf Ihrem Debut-Album, für welches Sie für zwei Grammys nominiert waren. Stilistisch geht die Richtung in Folk, Folk-Rock und Americana, immer jedoch mit einem leichten Indie- bzw. Alternative-Touch. Als Einflüsse geben die Künstler selbst musikalische Größen wie Tom Petty, Bruce Springsteen oder Bob Dylan an; ich bin hier geneigt sehr zuzustimmen.
Was besonders ist bei einer Band wie den Lumineers ist, dass sie der heutzutage gefühlt recht leblosen Musik wieder Emotionen und Seele einhauchen. Dies hängt vermutlich auch mit dem Anspruch der Band zusammen als Band in einen Raum zu kommen, ihre Instrumente zu spielen und zu singen; und eben keine digitalen „Verbesserer“ oder Auto-Tune zu benutzen. Kurzgesagt ihre Musik ist handgemacht. Für alle diejenigen unter Ihnen, die sich Fragen was Auto-Tune ist; Auto-Tune wird benutzt um eine Stimme bei einer Aufnahme im Pitch, also in der richtigen Tonlage zu halten, wobei hier fast egal ist, wie sehr „daneben“ der Sänger oder die Sängerin ist. Diese Technik ist in nahezu jedem modernen Song den Sie im Radio hören eingesetzt.

Aber nun genug vom Technik-Exkurs und zurück zu den Lumineers. Was mir sofort auffällt, sobald ich die ersten Töne von „C-Sides“ erstem Song „Scotland“ höre, ist, wie räumlich hier aufgenommen und gearbeitet wurde. Man hat fast das Gefühl mit im Aufnahmeraum zu stehen. Der zweite Song "For Fra" kommt als instrumentales Stück mit sperrlicher Besetzung daher, wird aber recht schnell zum Lumineers-typischen Folk Epos. Der dritte und letzte Song "Visions of China" handelt von der Zeit, die Sänger und Gitarrist Wesley Schultz in Hangzhou, China gelebt hat und durch die Sprachbarriere das Gefühl eines Ausenseiters erlebt hat, der aus der Gesellschaft entfremded ist.
Abseits des akustischen Eindrucks, wirken die drei Lieder so tiefgreifend und ehrlich auf mich, was mich schließlich auch dazu bewogen hat, dieses Review „dazwischenzuwerfen“. Ich kann nur dazu raten, „C-Sides“ eine Chance zu geben und sich verzaubern zu lassen. Am besten bei Tidal, da kommt das gabnze als MQA, sofern man das HiFi-Abonnement gebucht hat. Ich wünsche sehr viel Spaß beim Hören dieser drei wunderbaren Songs.

 

Quelle der Bilder: youtube.com